Vietnam Tag 2

Vietnam Tag 2

Der Flug mit Vietnam Airlines startete pünktlich in Frankfurt – was in diesem Fall tatsächlich keine große Kunst war, da Lufthansa gerade streikte und der Flugverkehr ohnehin ausgedünnt war. So hoben wir entspannt zu unserem rund zehnstündigen Flug in einer Boeing 787-9 ab. Die Route führte uns über große Teile Europas und Asiens: über Tschechien, Österreich, Ungarn und Rumänien, weiter über das Schwarze Meer, Armenien und Aserbaidschan, dann über das Kaspische Meer und Turkmenistan bis nach Afghanistan, Pakistan und Indien. Schließlich überquerten wir Bangladesch, Myanmar und Laos, bevor wir unser Ziel Vietnam erreichten.

Abendessen: Boeff Stroganoff
Fast geschafft

Bereits um 5 Uhr morgens landeten wir in Hanoi. Unser Reiseführer wartete schon am Flughafen auf uns – bestens organisiert. Nach einer kurzen Fahrt ins Hotel mussten wir allerdings feststellen, dass ein früher Check-in noch nicht möglich war. Also hieß es: Zeit nutzen und direkt los!

Unser erster Stadtbummel führte uns durch die lebhafte Altstadt von Hanoi. Schon am frühen Morgen war es sehr warm, und die Straßen pulsierten vor Leben. Eine besondere Entdeckung war der berühmte „Ei-Kaffee“ – eine vietnamesische Spezialität, bei der Eigelb mit Zucker schaumig geschlagen und wie ein cremiger Cappuccino auf starken, kleinen Kaffee gegeben wird. Das Café selbst war fast ein Geheimtipp: Um dorthin zu gelangen, mussten wir uns durch einen schmalen Gang an dicht geparkten Motorrädern vorbeischlängeln und anschließend zwei enge Treppen hinaufsteigen.

Egg Café

Weiter ging es zum Hoan Kiem Lake, einem zentralen See mitten in der Stadt, der nicht nur ein beliebter Treffpunkt für Einheimische ist, sondern auch eine große kulturelle Bedeutung hat. Der Name bedeutet „See des zurückgegebenen Schwertes“ und geht auf eine Legende zurück, nach der ein Kaiser ein magisches Schwert an eine goldene Schildkröte im See zurückgab. Auf einer kleinen Insel im See besuchten wir den Ngoc Son Temple, einen malerischen Tempel, der über eine rote Holzbrücke erreichbar ist und dem Gelehrten Van Xuong sowie dem General Tran Hung Dao gewidmet ist.

Ein weiteres Highlight war die St. Joseph's Cathedral. Diese neugotische Kathedrale wurde Ende des 19. Jahrhunderts während der französischen Kolonialzeit erbaut und erinnert stark an europäische Kirchenbauten, insbesondere an Notre-Dame in Paris. Sie ist bis heute das religiöse Zentrum der katholischen Gemeinde in Hanoi.

Aufgrund der zunehmenden Hitze legten wir zwischendurch eine Pause auf einem Balkon ein und gönnten uns ein kühles Getränk. Danach schlenderten wir durch einen Street-Food-Markt, wo es an jeder Ecke duftete und brutzelte, und erkundeten die berühmten Handwerkerstraßen der Altstadt, in denen jede Straße traditionell einem bestimmten Gewerbe gewidmet ist.

Alugeschirr
Knöpfe
Fleischer

Natürlich durfte auch eine kulinarische Stärkung nicht fehlen: Wir probierten eine authentische Pho-Suppe – heiß, aromatisch und genau das Richtige nach diesem langen ersten Tag. Schließlich, erschöpft aber voller Eindrücke, schafften wir es zurück ins Hotel, wo wir endlich unser Zimmer beziehen konnten.

Heute Abend werden wir noch mal kurz bummeln gehen, wenn die große Hitze vorbei ist.