Vietnam Tag 11

Vietnam Tag 11

Der Tag begann bereits um 7:00 Uhr mit der Abreise aus dem Hotel zum Bootsanleger. Noch etwas verschlafen, aber voller Vorfreude, stiegen wir in ein Motorboot, das uns zum berühmten schwimmenden Markt von Cai Rang brachte. Dieser Markt gehört zu den bekanntesten im Mekong-Delta und ist einer der größten schwimmenden Märkte Vietnams. Bereits in den frühen Morgenstunden herrscht hier reger Betrieb, wenn Händler ihre Waren direkt von Boot zu Boot verkaufen. Besonders typisch sind die langen Stangen auf den Booten, an denen Muster der angebotenen Waren befestigt werden, so erkennt man schon von weitem, ob es Ananas, Kürbisse, Kokosnüsse oder andere Früchte zu kaufen gibt.

Zwischen den großen Händlerbooten fuhren kleine Versorgungsboote geschäftig hin und her und legten bei Bedarf direkt an. Auf ihnen gab es alles, was das Herz begehrt: frische Kokosnüsse, süße Ananas, Snacks, Suppen und Getränke. Ein faszinierendes schwimmendes Versorgungssystem mitten auf dem Wasser.

Anschließend legten wir an einem kleinen Markt an, der sich auf mehreren Booten verteilte. Dort konnten wir beobachten, wie Kokosnussbonbons hergestellt wurden, eine süße Spezialität der Region. Daneben wurden viele weitere lokale Köstlichkeiten angeboten.

Danach ging die Fahrt weiter zu einem wunderschönen Garten. Hier zeigte sich einmal mehr die unglaubliche Fruchtbarkeit des Mekong-Deltas: Alles, was man in die Erde steckt, scheint zu wachsen. Und alles, was wächst, kann man essen. Wir lernten neue Früchte kennen, darunter den Wasserapfel mit seinem erfrischenden Geschmack. Riesige Jackfrüchte hingen schwer an den Bäumen, Kokosnüsse gab es in allen Varianten. Von oben baumelten Flaschenkürbisse und Luffa-Schwämme herab. Besonders originell: Der Garten wird nachts von einer ganzen Gänseschar bewacht. Außerdem sahen wir zahlreiche Hähne in Käfigen, die für Hahnenkämpfe gehalten werden.

Avocadobaum
Litschis

Zur Erholung gab es eine kleine Pause mit Tee und frischem Obst direkt aus dem Garten. Entspannung pur inmitten tropischer Natur.

Mit dem Boot ging es anschließend weiter bis zu einer Anlegestelle, an der bereits unser Bus wartete. Nach nur einer Minute Fahrt hielten wir an einem kleinen Café. Erst einmal Kaffee trinken! Zur Auswahl standen Mandelkaffee, Karamellkaffee, Eisschokolade. Alles ausgesprochen köstlich.

Dann begann die rund dreistündige Fahrt nach Saigon. Unterwegs machten wir an einer Raststätte noch einen kurzen Halt, um Proviant nachzutanken.

In Saigon angekommen, ging es nur noch langsam vorwärts. Der Verkehr war überwältigend. Unzählige Mopeds, Autos und Busse schoben sich durch die Straßen. Zunächst fuhren wir durch Chinatown und hielten an einer chinesischen Markthalle an, die einst von einem reichen chinesischen Gründer errichtet wurde. So etwas hatten wir noch nie gesehen: gefühlt kilometerlange Gänge mit Schuhen, BHs, Spielzeug, Gewürzen, Textilien, Geschirr, Hüten, getrocknetem Obst, frischem Obst und vielem mehr.

Chinesische Markthalle

Selbst der Toilettengang war ein Erlebnis: Für die Gebühr von 20 000 VND bekam man ein Stück Klopapier ausgehändigt. Die Toiletten wurden gerade mit Wassereimern gespült, einmal durchschwappen. Man musste also aufpassen, dass die Hosen trocken blieben. Nur Chinesen verlangen Gebühren!

Um die Ecke spazierten wir noch durch eine Straße voller chinesischer Kräuterläden. Alles, was wächst, wird offenbar auch zu Heilkräutern verarbeitet. Große Säcke voller gesammelter Blätter von Bäumen wurden ebenfalls verkauft. Daraus wird Tee hergestellt, den ich lieber nicht trinken möchte.

Säcke mit Blättern, aus denen Tee gemacht wird

Zum Glück sind die Straßen hier mit Ampeln geregelt, sodass man bei Grün zumindest eine kleine Chance hat, die Straße heil zu überqueren. Sobald sich ein Pulk mit Mopeds in Bewegung setzt, hat man verloren.

Vor dem Hotel hieß es dann schnelles Aussteigen, denn mitten im Zentrum ist kaum Platz zum Halten. Das Zimmer sind deutlich kleiner als die bisherigen Unterkünfte. Aber wir sind schließlich in Saigon. Immerhin gibt es Fenster zum Öffnen, auch wenn der Baulärm tagsüber kaum auszuhalten ist. Nun sind wir gespannt, was der Abend in dieser geschäftigen, pulsierenden Stadt noch bringen wird.

Das hat der Abend noch gebracht: Sonnenuntergang auf dem Skydeck in 178 m Höhe.
Und ein Essen auf dem Balkon eines vietnamesischen Restaurants.