Vietnam Tag 14 (letzter Tag 😢🥵)
Heute ist leider der letzte Tag in Vietnam. 🇻🇳 Als Kind und Jugendliche in der DDR hat die Solidarität mit Vietnam mein Leben berührt. Deshalb wollte ich dieses Land unbedingt mal kennenlernen. Es hat sich gelohnt. Freundliche Menschen und ein fruchtbares Klima, in dem die leckersten Obst-und Gemüsesorten wachsen.
Wir haben das Land von Hanoi bis Saigon durchreist. Natürlich mit Reiseführer. Zwei unserer drei Reiseführer haben in den 80er Jahren im Rahmen des Wiederaufbauprogramms in Chemnitz studiert. Es gab also gemeinsame Anknüpfungspunkte.
Das Land ist offiziell ein sozialistisches Land mit einer Einheitspartei. Inoffiziell hat die Marktwirtschaft es voll im Griff. In den Städten und entlang der Straßen ist ein Verkaufsstand am anderen. Die schmalen aber hohen Häuser sind den hohen Grundstückspreisen geschuldet.
Inzwischen gibt es viele reiche Vietnamesen, und es wachsen überall Immobilien im hochpreisigen Sektor aus dem Boden. Auch in Gegenden, in denen man lieber an den Naturschutz denken sollte.
Das Schulsystem entspricht dem in Deutschland. Neben staatlichen Schulen und Kindergärten gibt es auch viele private. Wer sich darüber aufregt, dass Elterntaxis vor den Schulen in Deutschland für Stau sorgen, sollte mal nach Saigon fahren. Mittags nach Schulschluss stehen gefühlte Tausende Mopeds mit Großeltern vor der Schule zur Abholung bereit.
Vietnam hat lange unter ausländischen Besatzern gelitten. Deshalb ist Freiheit und Unabhängigkeit das Wichtigste für dieses Land.
Im Kriegsmuseum mit den berühmten Cu Chi Tunneln wurde uns nochmal die Grausamkeit des Krieges vor Augen geführt. Trinkwasser muss immer noch gefiltert und abgekocht werden, die Dioxine der unmenschlichen Entlaubungsaktionen sind noch nicht abgebaut und immer noch kommen jährlich behinderte Kinder zur Welt.
Interessantes zu den Cu Chi Tunneln:
Die Cu Chi Tunnel sind eines der bekanntesten historischen Bauwerke Vietnams und ein bedeutendes Symbol des Widerstands im Vietnamkrieg. Das weit verzweigte unterirdische Tunnelsystem befindet sich nordwestlich von Ho-Chi-Minh-Stadt im Distrikt Cu Chi. Ursprünglich während des Kampfes gegen die französische Kolonialherrschaft begonnen, wurden die Tunnel später im Vietnamkrieg stark erweitert und genutzt.
Der Bau der Cu Chi Tunnel begann in den 1940er-Jahren während des Indochinakrieges gegen Frankreich. Bauern und Widerstandskämpfer gruben zunächst einfache Schutzgänge von Hand. Später wurde das System über Jahrzehnte erweitert. Während des Vietnamkriegs entwickelte sich daraus ein komplexes Netzwerk mit einer Länge von über 200 Kilometern.
Die Tunnel wurden überwiegend mit einfachen Werkzeugen wie Hacken, Schaufeln und Körben gebaut. Der Boden in der Region Cu Chi bestand aus festem Lehmboden, der sich gut zum Tunnelbau eignete und nach dem Aushärten stabil blieb. Die Eingänge wurden geschickt getarnt, oft mit Blättern, Erde oder Pflanzen bedeckt.
Die Tunnel bestanden aus mehreren Ebenen, die teilweise bis zu zehn Meter tief lagen. Sie enthielten:
- Wohnräume
- Küchen mit speziellen Rauchabzügen
- Lagerräume für Nahrung und Waffen
- Lazarette und Krankenstationen
- Versammlungsräume
- Fluchtwege und geheime Ausgänge
Durch enge Gänge, Falltüren und versteckte Zugänge konnten sich die Kämpfer unbemerkt bewegen. Viele Tunnel waren absichtlich sehr schmal gebaut, damit größere feindliche Soldaten Schwierigkeiten hatten, sich darin fortzubewegen.
Während des Vietnamkriegs nutzten die Kämpfer des Vietcong die Tunnel als Rückzugsort, Kommandozentrale und Versorgungsnetz. Von dort aus wurden Angriffe vorbereitet und Überraschungsaktionen durchgeführt. Die Tunnel erschwerten es den amerikanischen und südvietnamesischen Truppen erheblich, den Gegner zu bekämpfen.
Die US-Armee setzte spezielle Einheiten, sogenannte „Tunnel Rats“, ein. Diese Soldaten drangen in die Tunnel ein, um sie zu erkunden oder zu zerstören – eine äußerst gefährliche Aufgabe.
Heute sind die Cu Chi Tunnel eine bedeutende Touristenattraktion in Vietnam. Besucher können Teile der Tunnel besichtigen und mehr über die Lebensbedingungen während des Krieges erfahren. Die Anlage dient zugleich als Mahnmal für die Schrecken des Krieges und als Zeugnis menschlicher Anpassungsfähigkeit und Ausdauer.
Die Cu Chi Tunnel sind ein beeindruckendes Beispiel für strategischen Tunnelbau unter schwierigen Bedingungen. Sie zeigen, wie technische Einfachheit, Tarnung und Durchhaltevermögen eine wichtige Rolle in militärischen Konflikten spielen können. Heute erinnern sie an ein prägendes Kapitel der vietnamesischen Geschichte.





