Vietnam Tag 12
Heute stand Saigon, die heutige Ho-Chi-Minh-Stadt, auf der Tagesordnung, eine faszinierende Metropole voller Geschichte, Kontraste und lebendiger Atmosphäre.
Unser erster Halt war das Unabhängigkeitsgebäude, einst Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse. Überall herrschte buntes Treiben: Fotoshootings mit Brautpaaren, Schülergruppen, Kindergartenkinder in festlicher Kleidung und junge Mädchen, die eifrig TikTok-Aufnahmen machten. Je näher der 30. April, der vietnamesische Tag der Befreiung, rückt, desto mehr spürt man die besondere Stimmung in der Stadt. Viele junge Menschen feiern diesen historischen Tag mit Stolz und Kreativität.

Die letzten US-Truppen wurden im Rahmen der Evakuierungsoperation Operation Frequent Wind am 30. April 1975 morgens um 07:53 Uhr Ortszeit aus Saigon ausgeflogen.
Der allerletzte Hubschrauber (eine USMC CH-46 Sea Knight) startete vom Dach der US-Botschaft in Saigon und brachte die letzten 11 Marines unter Major James Kean hinaus. Er landete später auf dem US-Schiff USS Okinawa vor der Küste Vietnams.
Kurz danach, gegen 11:30 Uhr, drangen nordvietnamesische Panzer in den Präsidentenpalast ein – damit war der Vietnamkrieg faktisch beendet.

Weiter ging es zur Kathedrale Notre-Dame, die derzeit umfassend restauriert wird und deshalb leider nicht besichtigt werden konnte. Gleich daneben liegt das beeindruckende alte Hauptpostamt, ein architektonisches Schmuckstück aus der Kolonialzeit. Hier nutzte wir die Gelegenheit, Postkarten zu schreiben, zu frankieren und mit originalem Stempel auf die Reise zu schicken.



Am großen Platz mit dem Rathaus und der Ho-Chi-Minh-Statue wartete schon das nächste Fotomotiv. Auch hier herrschte reges Leben. Besonders schön war es zu beobachten, wie Kindergartenkinder ihren Abschluss feierten. Stolz wurden sie von Eltern und Großeltern angefeuert und fotografiert.

Dann ging es in die Tiefe: Seit wenigen Jahren verfügt Saigon über moderne unterirdische Metrostationen. Riesige Hallen, blitzsauber und erstaunlich leer, ein spannender Kontrast zur geschäftigen Stadt über der Erde. Wieder ans Tageslicht kamen wir am Opernhaus heraus. Direkt gegenüber befindet sich das traditionsreiche Hotel Continental, wo sich einst Kriegsreporter trafen, Geschichten austauschten und ihre Berichte schrieben. Ein etwas surrealer Anblick bot sich ebenfalls: Ein einzelner Arbeiter hing an einem Seil und strich mit blauer Farbe die Fassade eines Hochhauses neu.




Danach besuchten wir die berühmten Café Apartments – eines der bekanntesten Gebäude der Stadt. Das frühere Wohnhaus wurde in ein kreatives Zentrum verwandelt, in dem sich auf jeder Etage kleine Cafés, Boutiquen und Restaurants befinden. Jede Etage ist individuell gestaltet und verleiht dem Gebäude seinen ganz besonderen Charme. Mit dem Fahrstuhl fuhren wir bis in die achte Etage und genossen auf dem Balkon einen ausgezeichneten vietnamesischen Kaffee mit herrlichem Blick über die Stadt.


Später führte uns die Fahrt über den Fluss Saigon in ein völlig anderes Viertel: moderne Hochhäuser, breite Straßen, ein Bootsanleger – und erstaunlich menschenleer. Fast wirkte es wie eine Kulisse.
Im Kontrast dazu stand unser nächstes Ziel, die traditionsreiche Jade-Pagode. Dort zündeten wir Räucherstäbchen an und teilten im Stillen unsere geheimsten Wünsche mit den Göttern.

Natürlich durfte auch ein Besuch auf dem Großmarkt nicht fehlen, ebenso wenig wie der farbenfrohe Blumenmarkt. Besonders auffällig war, dass viele Blumen künstlich eingefärbt wurden, ein ungewohnter, aber interessanter Anblick.

Im Covid Park legten wir schließlich eine halbe Stunde Pause ein, bevor es mit dem Bus zurückging.

Den perfekten Abschluss fand dieser abwechslungsreiche Tag in der Rooftop-Bar des Hotel Majestic. Bei leckeren Drinks genossen wir einen sagenhaften Blick auf Saigon. Mein Cocktail La Vie en Rose schmeckte hervorragend. Eine raffinierte Mischung aus Gin, Rotwein, Sirup, Rosenwasser, Zitrone und Eiweiß.

Endlich geschafft. Durch das dichte Verkehrschaos und die pulsierenden Straßen ging es zurück zum Hotel, mit vielen Eindrücken eines unvergesslichen Tages in Saigon.